20. Dezember 2011

Mitten ins Herz...

Kennen Sie die kleine Mimosa auf unserer Seite? Sie wissen jetzt nicht genau, welche Hündin das ist? Oder vielleicht haben Sie ein Hundegesicht im Kopf, aber so richtig können Sie sich nicht an sie erinnern? Hätte mir jemand vor drei Tagen diese Frage gestellt, dann wäre meine Antwort ganz ähnlich ausgefallen. Aber ich hatte das große Glück die süße Hündin am vergangenen Freitag persönlich kennen zu lernen und sie hat mich so sehr bewegt, dass ich Ihnen gerne von ihr erzählen würde...

Mimosa lebt derzeit im Tierheim von Castellbisbal. Damit hat sie eigentlich das große Los gezogen, denn dort wird jeder Hund geliebt und so gut versorgt, wie es mit den eingeschränkten Mitteln in Spanien nur möglich ist. Zwar sind die Zwinger recht klein und natürlich ziemlich überfüllt, aber dennoch ist die Stimmung in Castellbisbal sehr gut. Fast jeder Hund hat eine ansteckend gute Laune und freut sich über die Abwechslung, die ein Besucher bringt. So stehen sie am Gitter ihres Zwingers, hüpfen auf und ab und genießen die kurzen Streicheleinheiten, die durch die Gitterstäbe möglich sind.

Ich gehe also von Zwinger zu Zwinger, freue mich über die bekannten und unbekannten Gesichter und bin wirklich überrascht, wie glücklich die Hunde erscheinen. Natürlich würden sie bestimmt lieber eine eigene Familie haben und den kalten Zwingerboden gegen ein warmes und weiches Hundebett tauschen, aber sie haben sich mit ihrer Situation bestens arrangiert und scheinen auch nichts zu vermissen. Doch irgendwann stehe ich dann vor Mimosas Zwinger und dort bietet sich mir ein anderes Bild:

Die kleine Hündin sitzt traurig in ihrem Zwinger und ihr Blick trifft mich wirklich mitten ins Herz. Natürlich freut sie sich genauso wie die anderen Hunde, als sie von uns gestreichelt wird. Sie hüpft genauso auf und ab und genießt genauso die kurze Aufmerksamkeit. Aber sie wirkt trotzdem einfach unglaublich traurig. Man sieht ihr richtig an, dass sie eine Familie braucht. Ein richtiges Zuhause und keinen kalten Zwinger in einem Tierheim, in dem sie ihre Menschen mit so vielen anderen Hunden teilen muss. In ihren Augen sieht man ihre große Sehnsucht.

Es ist wirklich schwer sich von den einzelnen Hunden los zu reißen und weiter zu gehen. Doch von Mimosas Zwinger weg zu gehen, ist fast unmöglich. Bemerkt sie nämlich, dass man sich den Hunden in ihrem Nachbarzwinger zuwendet und sie kurz davor ist, die Liebe, die sie so sehr braucht, nun wieder zu verlieren, dann streckt sie in ihrer Verzweiflung ihre Pfote durch's Gitter und versucht einen mit ihr fest zu halten.

In dem Moment kann ich dann auch nicht anders als wieder um zu kehren und ihre Pfote in die Hand zu nehmen. Lässt man die irgendwann los, dann steckt sie sie gleich wieder durch's Gitter. Es ist so wahnsinnig berührend die kleine Hündin zu sehen, wie sie verzweifelt um Aufmerksamkeit kämpft. Obwohl sie mich ja wirklich überhaupt nicht kennt, habe ich das Gefühl, dass sie einfach alles für mich tun würde. Alles tun würde, damit ich sie nicht zurücklasse. Doch das Einzige, was sie in ihrem Zwinger tun kann, ist es eben immer wieder ihre Pfote durch das Gitter zu stecken. Natürlich helfen alle ihre Bemühungen doch nicht, weil sich bisher noch keine Familie für die kleine Hündin gefunden hat. So müssen wir sie also zurücklassen und ohne sie wieder nach Deutschland fahren.

Jetzt sitze ich hier und denke an die bezaubernde Mimosa, wie sie traurig in ihrem Zwinger darauf wartet, dass sich irgendwann jemand findet, der auf die Frage, ob er Mimosa kennt, antwortet: „Ja klar! Mimosa ist doch Teil unserer Familie und wird von uns sehr geliebt!“

Diese Geschichte wurde eingeschickt von Sandra Springer, THV-Team